Konzeption

TRÄGERKONZEPT DER EKT BERLINER STADTMÄUSE E.V. 2011

WARUM EIN TRÄGERKONZEPT?

Um die Qualität unseres Kinderladens immer wieder zu hinterfragen und zu verbessern stellen wir mit dem TRÄGERKONZEPT die Basis und einen verbindlichen Rahmen für die Arbeit mit den Kindern und den Eltern auf. Wir sehen dieses Konzept als Arbeitsgrundlage, aber auch als Orientierung für die letztendliche Umsetzung im Alltag in unserem Kinderladen. Für uns stellt dieses Trägerkonzept eine Absichtserklärung und Zielvorstellung dar, die aber der stetigen Überprüfung und Überarbeitung bedarf.

HISTORIE

Zuerst war es eher der Eigenbedarf, der uns veranlasste, einen Eltern- Initiativ-Kinderladen zu gründen. Doch schon nach einigen Wochen mussten wir feststellen, dass ein enormer Bedarf an Kilaplätzen in Berlin bestand. Ein paar Eltern schlossen sich im Mai 2011 zusammen, um den „EKT Berliner Stadtmäuse e. V.“ zu gründen.

Zu den acht Gründungsmitgliedern (4 Elternpaare) gehörten auch 2 Erzieherinnen, die den Kinderladen,  als pädagogische Fachkräfte, in der Anfangszeit unterstützten, um zur Eröffnung einen reibungslosen Ablauf zu gewähren. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten erfolgte im Weddinger Kiez.

WER IST DER TRÄGER?

Träger ist ein gemeinnütziger Verein, welcher aus einer Elterninitiative heraus entstanden ist. Vereinsmitglieder sind die Eltern der zu betreuenden Kinder. Der ehrenamtlich tätige Vorstand setzt sich aus dem/der 1. und 2. Vorsitzendem/n, dem/der KassenwartIn und dem/der SchriftführerIn zusammen.

GESETZLICHE GRUNDLAGEN UND QUALITÄTSSICHERUNG 

Wir arbeiten nach dem Berliner KitaFög (Kindertagesförderungsgesetz) und werden in regelmäßigen Abständen die Interne und Externe Evaluation, zur regelmäßigen Reflexion und als Kontrollfunktion zur Qualitäts-sicherung durchführen. 

UNSERE ZIELE UND GRUNDSÄTZE

Aufbauend auf den Vorgaben des Berliner Bildungsprogramms, möchten wir für jedes Kind die Grundlagen für eine bestmögliche, ganzheitliche Entwicklung schaffen. Daraus ergeben sich folgende fünf Aufgabenbereiche: „Gestaltung des alltäglichen Lebens in der Kita“, „Spiel“, „Planung und Gestaltung von Projekten“, „anregungsreiche Räume“, „beobachten und dokumentieren“.

Wichtig ist uns als Elternverein die gemeinsame Verantwortung, d.h. der Dialog mit Mitarbeitern, Kindern, Eltern und externen Fachleuten. Das Lernen voneinander und miteinander soll auf allen Ebenen bewusst praktiziert werden. Erwachsene sind Vorbild für die Kinder. Nur so sind Kinder in der Lage, Beziehungen zu gestalten, Entscheidungen zu treffen, miteinander zu kommunizieren, selbstbewusst, mutig und verantwortungsvoll zu sein.

Unser Hauptaugenmerk liegt auf den Grundbedürfnissen des Kindes:

  • physiologisch: Schlaf, Nahrung, Luft, Wärme, körperliche Unversehrtheit
  • emotional: Liebe, Zuwendung, Geborgenheit, Sicherheit, Gefühle haben und zeigen
  • motorisch: Bewegung als Bewegungserprobung und Ausdruck von Gefühlen
  • sozial: Kontakte, sich Mitteilen, gemeinschaftliches Tun
  • kognitiv: Neugier, Wissensdrang, Experimentieren, Untersuchen, Lernen wollen

Alle zusammen ergeben das Grundbedürfnis nach einer eigenen Identität (Ich-Findung), Selbstständigkeit, Individualität, Kreativität und Fantasie. Der Kinderladen bietet überwiegend biologisches und vollwertiges vegetarisches Essen an, da für uns eine gesunde Ernährung sehr wichtig ist. Ebenso wie in anderen Bereichen spielt in der Ernährungspädagogik das Beobachten eine wichtige Rolle. Die Kinder erhalten eine ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechende Ernährung und erleben durch die Selbstkochküche die Abläufe der Nahrungszubereitung. 

PÄDAGOGISCHE ARBEIT 

Wir möchten in der pädagogischen Arbeit des Kinderladens die geistigen, seelischen und körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten des einzelnen Kindes entdecken, beobachten und sie dann ermutigen und befähigen, sich für ein eigenverantwortliches und erfülltes Leben zu entscheiden. Verwirklicht sehen wir diese Vorstellungen unter anderem in der von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori begründeten Pädagogik.

Wir stützen uns dabei gleichermaßen auf die dort genannten bewährten pädagogischen Ansätze, wie auf moderne lern- und entwicklungspsychologische Kenntnisse, sowie auf die vier Kompetenzbereiche (Ich-Kompetenz, Soziale-Kompetenz, Sachkompetenz, Lernmethodische Kompetenz).  Durch strukturierte und auch freie Beobachtungen des Kindes können die pädagogischen Fachkräfte dort ansetzen, wo das Kind in seinen Lern- und Bildungsprozessen Begleitung braucht: an seinen Stärken, Kompetenzen und Potenzialen.

DIE SIEBEN SÄULEN UNSERES TRÄGERKONZEPTES

1. Körper, Bewegung, Gesundheit

„Über Bewegung und Wahrnehmung treten die Kinder in einen Dialog mit ihrer Umwelt und erschließen sich ihre Welt. Das Greifen wird zum Be- Greifen, das Anfassen zum Er-Fassen. Bewegung und Wahrnehmung sind also die Grundlage, die Basis von Lern- und Entwicklungsprozessen (vgl. Zimmer 1996)“ 

2. Soziale und kulturelle Umwelt

„Kinder sind ebenso wie Dichter, Musiker und Naturwissenschaftler- eifrige Forscher und Gestalter. Unsere Aufgabe besteht darin, die Kinder bei ihrer Auseinandersetzung mit der Welt zu unterstützen, wobei all ihre Fähigkeiten, Ausdrucksweisen und Kräfte eingesetzt werden.“

Loris Malaguzzi

3. Kommunikation: Sprache, Schrift, Kultur und Medien

„Dass wir sprechen können, heißt lange noch nicht, dass wir auch etwas sagen.“ 

4. Bildnerisches Gestalten 

„Man muss diese Welt begriffen haben, um sie zeichnen zu können.“ Kurt Tucholsky

5. Musik 

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. Victor Hugo

6. Mathematische Grunderfahrungen 

„Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen.“ Galileo Galilei

7. Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

„Das Erstaunen ist der Beginn der Naturwissenschaft“ Aristoteles

ANFORDERUNGEN AN UNSER PERSONAL

Aufgabe der ErzieherInnen des Kinderladens ist zuoberst die familienergänzende Erziehung. Das heißt, dass die Wünsche der Eltern immer berücksichtigt werden und man ihnen im erzieherischen Handeln nicht entgegenwirkt.  Die Analyse des Sozial- oder Spielverhaltens oder auch zur Schulfähigkeit sind wichtige Bestandteile der Arbeit.

Der Kontakt zu den Eltern ist sehr wichtig. Tür- und Angelgespräche, festgelegte Gesprächstermine oder auch Elternabende müssen die ErzieherInnen leiten können. Der Austausch ist unerlässlich. Auch Lehrergespräche können von Nöten sein, wenn es um die Einschulung einzelner Kinder geht.

Folgende Eigenschaften sollten unsere ErzieherInnen besitzen:

  • Konsequenz, Durchsetzungsvermögen, Empathie, die Fähigkeit zu selektieren, kritisch zu sein und offen.
  • Den Umgang mit anderen Menschen zu beherrschen und die eigenen Methoden zu begründen.
  • Ziele vor Augen haben und realistisch bleiben.
  • Organisationstalent und die Fähigkeit zu motivieren.
  • Wichtig ist aber auch das Vertreten der Vorstellungen des Trägers  (Elterninitiative).

SCHLUSSWORT

Dieses Trägerkonzept ist für uns die Grundlage für die weiteren Konzepte. Wir stellen uns den finanziellen und sonstigen Rahmenbedingungen und lassen, um den Fortbestand unseres Kinderladens dauerhaft sicherzustellen, in den Betrieb des Kinderladens betriebswirtschaftliche Grundsätze einfließen.

Als Elternverein sind wir auf ehrenamtliches Engagement und Unterstützung durch die Eltern angewiesen. Wir freuen uns über alle Eltern, die Mitglied in unserem Verein werden und ihn (und die Entwicklung ihrer Kinder) dadurch unterstützen und interessiert begleiten.

Diesen Text können Sie sich als PDF herunterladen und für Interessierte steht außerdem die ausführliche Rahmenkonzeption zum Download bereit:

Trägerkonzeption der EKT Berliner Stadtmäuse e.V.

Rahmenkonzeption EKT Berliner Stadtmäuse